Touristenfalle

Siebdruck
50 x 70
Ludwig Pfeiffer
Touristenfalle

Sonnenbrillen und Flip-Flops, Digitalkameras und Sandalen – diese Menschen sind im Urlaub, sie befinden sich im viel beschworenen ‚Süden‘. Sie bilden eine Gruppe von Touristen, deren Homogenität durch die einheitlich blaue Kleidung und weiße Hautfarbe unterstrichen wird. Man betrachtet und fotografiert gespannt eine Sehenswürdigkeit, die sich außerhalb des linken Bildrandes befinden muss. Doch was auch immer das ist, alle Personen sind rundum umgeben von gleichfarbigen Reisebussen, sie sind wortwörtlich in eine Falle ohne Ausweg geraten. Es gibt keine Möglichkeit, dem fotografierten Objekt wirklich nahe zu kommen, sich von der Gruppe abzusetzen und aus der ‚Touristenfalle‘ zu befreien.

Genauso willkürlich, wie alle in die linke Ecke ihres Gefängnisses schauen, könnte es eine der drei anderen sein. Die Touristen haben keinerlei Bezug zu dem Ort. Sie schweben ganz und gar bodenlos in einer Blase, die – sinnbildlich dafür die Reisebusse – Tourismusunternehmen in eigenem wirtschaftlichen Interesse um sie herum geschaffen haben – „Incredible India“, „Brazil Sensational!“, „Smile! You are in Spain!“

Auch wenn oder gerade weil die Touristen alle leicht nach oben blicken, scheinen sie sich der Beschränktheit und Vulgarität ihres eigenen Standpunktes kaum bewusst zu sein. Hierzu braucht es eine erhöhte, außenstehende Perspektive – die der Kunst.