Schilderwald

Sprühfarbe, Marker
Verkehrsschilder
Ludwig Pfeiffer
Schilderwald

Eine sich in Ludwigs Arbeiten über die letzten Jahre hinweg fortsetzende künstlerische Gestaltungsidee ist die Verwendung von Verkehrsschildern als Spray- und Malgrund. Mit Witz und Einfallsreichtum verwandelt er die schlichten Piktogramme und geometrischen Formen in fantasievolle Darstellungen unterschiedlichster Tiere. Im Spiel mit Farben (Mandrill) und Betrachtungsebenen (Koi-Karpfen) wird clever Mehrdeutigkeit erzeugt.

Die so mit der Zeit zustande gekommenen Werke bilden keineswegs eine homogene Serie, sondern zeichnen sich gerade durch ihre Vielseitigkeit aus. Gemein ist ihnen aber die kreative Grundidee – durch Einfügen und/ oder Abändern aus abstrakten Symbolen heraus konkrete Geschöpfe erwachen zu lassen, die durch ihre Lebendigkeit in starken Kontrast zu der alltäglich-nüchternen, nutzenorientierten Bedeutung der Schilder treten.

Ein weiterer Clou erschließt sich erst, wenn man die Werke in natura ansehen kann – es ist das Reflexionsvermögen der Schildoberfläche, das je nach Blickwinkel und Lichteinfall manchmal das ursprüngliche Piktogramm hervorhebt, welches die meiste Zeit unter der darüber aufgetragenen Sprühfarbe verdeckt bleibt, und so eine zusätzliche Bilddimension schafft. Dieser hologrammartige Effekt kann als Metapher für den ‚doppelten Blick‘ gedeutet werden, mit dem die Kunst eine Perspektive jenseits der alltäglichen Welt öffnet.