Musikalisches Opfer

Katharina Schnekenbühl
Musikalisches Opfer

 

Im musikalischen Opfer tanzt Florentine Beyer zur Musik von Sam (nach Johann Sebastian Bachs gleichnamigem Werk), festgehalten durch Aufnahmen von Robert und Albert. Regie führte Katharina. In kollektivübergreifender Kollaboration ist so ein außergewöhnliches Video entstanden. Teils in harmonschen Naturaufnahmen, teils in bedrohlich – düsteren Szenen wird eine archaische Geschichte erzählt: In nächtlichen Rückblenden sollte ein Mädchen in einem obskuren Kult einer Naturgottheit geopfert werden.

Ein maskierter Schamane, der die Zeremonie – eine Choreographie ekstatischer Waldmenschen – anleitet, steckt mit erhobener Fackel das Opferfeuer an. Die Tänzerin ist über diesem an einen Baum gefesselt und dem Tod geweiht. In letzter Sekunde muss sie durch ein schicksalhaftes Donnern und den gleichzeitig eintretenden Regen, der das todbereitende Feuer löscht, gerettet worden sein. Nun tanzt sie am nächsten Morgen befreit durch den sonnendurchfluteten Wald – doch die Natur meldet sich mit Donner und Regen zurück. Daraufhin bleibt die Tänzerin in einem Sumpf stecken. Nach kurzem Kampf ergibt sie sich ihrem Schicksal und opfert sich quasi selbst, als Dank für ihre Rettung. Ein ergebenes Grinsen begleitet das Mädchen in den Tod.

Die Klaviermelodien bewegen sich zwischen befreiend-fröhlicher und ängstlich-bedrückender Stimmung. Hinter dem musikalischen Opfer steckt ein neugieriger Versuch, die mythische Thematik aufzugreifen und musikalisch, tänzerisch und filmisch zu verarbeiten.