Martin Striesam

Multimedia
Parodie
David Reitenbach, Ludwig Pfeiffer
Martin Striesam

 

Martin Striesam ist ein lässiger Typ. Spricht ein gemütliches bayrisch und ist genervt von all den Hipstern, die in ihrem Irrglauben, alternativ zu sein, den eigentlichen Mainstream ausmachen. Martin Striesam ist ein Original. Einer, der sich nicht in Kategorien einordnen lässt. Martin Striesam skatet leidenschaftlich, ist Designer und erfunden.

Die Kunstfigur Martin Striesam – verkörpert von Moritz Knopp, der zwar tatsächlich sehr gut skatet, aber im Grafikdesgin weniger Geschick vorweist und sich außerdem vor Selbstinszenierung im Internet scheut – ist eine Erfindung von David und Ludwig. In Martin Striesam ist nicht nur eine gekonnte Parodie auf aktuelle Trends in den Bereichen des Grafikdesigns, der Modephotographie und sonstiger ‚Hipster-Künstler-Selbstinszenierungs-Strömen‘ in Blogs und sozialen Netzwerken inkarniert, sondern auch schon das Schlagwort versteckt: Ma_ _in Str_e_am.

Akribisch und mit Hinblick auf ihr eigenes anstehendes Graphikdesignstudium haben David und Ludwig aktuelle Trends beobachtet, notiert und verarbeitet. In nur einer Woche ist der gesamte Inhalt für den passenden ‚TumblR-Blog‘ und ‚Instagram-Account‘ entstanden – aus der Neugier heraus, ob man auch ohne ein grundlegendes Studium, mit etwas Gespür und Beobachtungsgabe, einen authentisch-zeitgeistigen Blog gestalten kann. Herauskristallisiert hat sich ein Feed, der von subtil aufreizender Modephotographie, animierten GIF-Skurilitäten, inhaltlich leeren Phrasen in ansprechender Typographie, Logo-, Editorial- und Produktdesign bis hin zu Skate- und Partyphotos reicht. Besonders im Detail und für die Zielgruppe der Creative-Class zündet der Witz: Beispiele hierfür sind Trends wie der Wechsel vom Skeuomorphismus (Nachahmung realer Gegenstände) zum Flatdesign (minimalistisch abstrahiert) bei Logos, der Typographie als platzfüllendes Muster, Motive wie Katzen, Ananas oder Eis und die Ironie als ständiger Begleiter – sei es im bewusst ‚trashigen’ Design oder wortwitzigen Bildunterschriften. Und hinter allem steht Striesam, der Stereotyp, der nach Eigenaussage, „einfach was neues machen will“, eben etwas Anderes als „jeder Depp“, der einen Blog habe.

Am 20.09.2016 berichtet die SZ über Martin Striesam. Im Irrglauben, es handle sich tatsächlich um einen vielversprechenden Nachwuchskünstler der Münchner Szene. Das Interview basiert auf einem Email-Chat und den Informationen aus Striesams Youtube-Video.