Analphabetismus

Logo-Konzept
David Reitenbach, Ludwig Pfeiffer 

Analphabetismus

 

Wie muss es sich anfühlen, wenn man täglich Zeichen begegnet und sie nicht verstehen kann? Wir kennen dieses Phänomen nur vom Reisen in ferne Länder mit fremden Schriften. Hier muss man mit eben dieser Orientierungslosigkeit kämpfen. Doch es hat auch sein Gutes: Unvoreingenommen lassen sich die fremden Zeichen in der Schönheit ihrer Formsprache betrachten und mit eigenen Assoziationen belegen. Machen wir also die eigentliche Schwäche zur Stärke. Drehen wir den Spieß um! Während Lesende versuchen sinnvolle Worte in den Buchstaben zu suchen, fällt Analphabeten der Zugang zu den vier Piktogrammen leichter. Sie betrachten die Logos nicht als Schrift, sondern als Bild. Eine spielerische Annäherung, die Angst vor Buchstaben nehmen und zum Lesen ermutigen soll. Die Logos können als Vexierbild verstanden werden. Das Bild springt zwischen einem vermeintlich willkürlichen ‚Buchstabensalat‘ und der reduzierten Darstellung Lesender in verschiedensten Körperhaltungen. Aus diesem Gestaltungsprinzip lassen sich weitere Piktogramme, wie für “Hilfe”, “Kontakt” oder “Presse” entwickeln.